Zu viele Hobbies! Warum du dich nicht entscheiden musst, und wie du mit deiner Multipassion lernst umzugehen

Nun Barbara Sher sagte schon "Du musst dich nicht entscheiden, wenn du 1000 Träume hast", und genau so ist es. Doch wie soll es denn anders gehen? Darum geht es in diesem Beitrag:

Gehörst du auch zu den Menschen mit „zu vielen Hobbies?“. Die sich einfach nie entscheiden können, was sie wirklich tun wollen? Denen ständig gesagt wird „Jetzt leg dich halt mal auf eine Sache fest“. 

Und, hast du das Gefühl, dass du das wirklich mal lernen musst? Glaubst du, dass du falsch bist und dringend was an dir verändern musst? 

Dann bist du vermutlich Multipassioniert und dieser Beitrag ist genau der richtige für dich:

Vom Mythos sich festlegen zu müssen

Wer darf denn beurteilen ab wann es „zu viele“ Hobbies sind? Gibt es da diese eine magische Grenze: also so 3 Hobbies ist grad noch in Ordnung, aber nur wenn sie nicht auf den selben Tag oder die selbe Saison fallen, und sowieso Vereinsverpfichtungen geht nur bei einer Sache, und von der Karriere darf es nicht ablenken, und außerdem ist ab 19 Uhr aber halt auch echt mal Family-Time angesagt ?!

Dieses Gefühl, wann etwas zu viel ist, kommt daher, dass wir uns vergleichen. Psychologisch betrachtet  ist das völlig normal (ich mag das Wort nicht, aber in diesem Zusammenhang bleiben wir mal dabei dass „normal“ der Durchschnitt und nichts  außergewöhnliches bedeutet).

Wenn wir uns vergleichen, hat ein Großteil der Gesellschaft nun einmal nicht so viele Interessen. Entweder weil sie es einfach wirklich nicht können, wollen, oder nie gelernt haben. Was bei jedem Vergleich hervorsticht, ist also die Eigenschaft, bzw. die Eigenschaften, die von der großen Masse abweichen.

Mit den vielseitigen Interessen weichst du vom Durchschnitt ab (statistisch betrachtet im übrigen nicht schwer, denn der Durchschnitt ist sehr Ausreißerempfindlich, aber lassen wir das an dieser Stelle).

Ist es was schlechtes? Nein. Zumindest nicht, wenn du gelernt hast, genau diese Besonderheit zu lieben, zu akzeptieren und damit umzugehen.
Bedeutet es mehr Arbeit? Ja.

Daher schon einmal erster Fakt vor allen anderen: Würdest du dich plötzlich für ausschließlich ein paar Dinge festlegen, würdest du wichtige Aspekte deiner Persönlichkeit einfach von dir abkapseln. Du würdest dich in deinem Wesen verändern. Willst du das wirklich? Macht es das für dich ernsthaft so viel leichter, dass nicht mehr „du sein“ der einzige Weg zu sein scheint?

Du kannst nicht einfach aufhören, Interesse an etwas zu haben.

Du kannst nicht einfach plötzlich Monopassioniert sein – irgendetwas würde fehlen. Du bist ja nicht einfach grundlos, so wie du bist. 

Belehre mich gerne eines besseren, aber ich glaub nicht dass du als eigentlich multipassionierter Mensch, (vielleicht sogar als Scannerpersönlich, Autist, ADHSler, oder was auch immer auf dich zutrifft) dann aus ganzem Herzen heraus behaupten könntest „ich vermisse nichts“.

Das ist dieser eine große Punkt den du nicht nur in deinen Kopf bekommen solltest, sondern auch in dein Herz. Verinnerliche, dass du nicht falsch bist, nur weil es die große Masse nicht kennt und/oder versteht.

Achtung Verwechslungsgefahr: Festlegen vs. Entscheidungen treffen, Prioritäten & Ziele

Aber Achtung, sich nicht für ein Hobby, eine Leidenschaft festzulegen und alles andere außen vor zu lassen, bedeutet NICHT niemals Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen oder keine Ziele zu verfolgen.

Sorry, aber deine Persönlichkeit ist keine Ausrede vor Entscheidungen zu fliehen.

Lerne mit dir umzugehen, statt dich zu verändern

Akzeptanz und Wertschätzung, dass du bist wie du bist ist der erste Schritt. Im zweiten, die Liebe, dass du tun kannst was du tust. Siehe die Möglichkeiten die dir gegeben sind und nutze sie – auf deine ganz eigene und individuelle Art und Weiße.

Nutze deine Multipassionen, deine Scanner-Persönlichkeit, deine Vielseitigen Interessen und Begabungen für dich. Lerne damit und mit dir umzugehen, statt dich in Formen zu pressen oder pressen zu lassen.

Analysiere deine größten Probleme im Bezug auf "zu viele Hobbies"

Wo sind die größten Schwachstellen an deiner unzähligen Anzahl an Hobbies? Mach eine Liste, was dich stört.

Hier ein paar Dinge von meiner Liste "was mich stört/nervt"

  • Ich reagiere euphorisch und handle irrational bei neuen Interessen
  • Ich stürze mich Hals über Kopf übereifrig ins lernen und sauge alles an Wissen auf
  • Ist erst einmal die große Neugierde verflogen, bleibt ein Haufen offener Projekte liegen.

Selten ist das was uns stört die eigentliche Tat, sondern viel mehr die Konsequenz daraus.

Nehm dir als nun deine Liste und finde heraus, warum dich diese Punkte so stören. Stell dir bei jedem Stichpunkt die Frage: Welche Konsequenz hat das Problem, was bedeutet es für mich, mein Leben und mein Umfeld, welches mit wichtig ist.

Als Beispiel hier wieder meine Liste:

  • Reaktion Euphorisch und Irrational > das bedeutet, dass ich alles stehen und liegen lasse, alte Aufgabe und Projekte verlieren ihren Wert oder ich vernachlässige sie um mich der neuen Leidenschaft zu widmen. Anderes wird dadurch aber nicht weniger, sondern nur aufgeschoben, am Ende überrennt es mich
  • Ich stürze mich Hals über Kopf übereifrig ins lernen und sauge alles an Wissen auf > mein Kopf ist dabei teilweise selbst überfordert, ich vergesse andere wichtige Dinge. Das kann auch negative Auswirkungen auf meine Beziehungen, Karriere und allgemeine Umwelt haben, indem ich dadurch unzuverlässig und wenig Vertrauenserweckend wirke
  • Ist erst einmal die große Neugierde verflogen, bleibt ein Haufen offener Projekte liegen > ich werde kein Experte in Themen und erlange immer nur Halbwissen, es bleibt ein Gefühl von Unvollständigkeit, ich würde gerne vieles Beenden kann aber aufgrund der Punkten 1 und 2 nicht

Zusammenhänge erschließen, Schlussfolgerungen treffen

Da wir jetzt die Probleme und Konsequenzen kennen, können wir anfangen diese zusammen zu fassen. Wo gibt es Überschneidungen?
Was fällt an den einzelnen Punkten auf?

An meiner Liste und meinen Konsequenten fällt mir auf, dass es sich hauptsächlich um emotionale Aspekte handelt. Wenn es um Thema Leidenschaft, Interessen, Hobbies geht übernehmen meine Emotionen die Oberhand, die Gefühle entscheiden was passiert, mein Gehirn hat kein Mitspracherecht mehr. 

Auf die eigene Intention zu hören, Gefühle zu leben, das ist sehr wichtig und will ich hier auf keinen Fall unterbinden!

Doch es geht darum, wie man mit den Emotionen umgeht. In meinem Fall, brauche und möchte ich öfter die Kontrolle über die Auswirkungen meiner Emotionen behalten.

Ich kann mir also nun gut die Frage stellen, welche Gefühle habe ich in diesen Fällen? Daraus resultierend um welche Bedürfnisse geht es? Was benötige ich und woran kann ich arbeiten? Die Emotionsregulation ist an dieser Stelle für mich der richtige Ansatz.

Du merkst an meinem Beispiel, wie ich nach und nach meine eigenen individuellen Lösungswege erarbeite – Schrittchen für Schrittchen.

So kannst du auch bei dir vorgehen.

Perspektive wechseln

Als weiterer wichtiger Punkt, ist aber auch in der Liste der Probleme und deren Konsequenzen auch einmal die Perspektive zu wechseln. Also die eigene Analyse noch einmal hinterfragen. Blicken wir wieder auf meine Aufzählung:

  • Reaktion Euphorisch und Irrational > das bedeutet, dass ich alles stehen und liegen lasse, alte Aufgabe und Projekte verlieren ihren Wert oder ich vernachlässige sie um mich der neuen Leidenschaft zu widmen. Anderes wird dadurch nicht weniger sondern nur aufgeschoben, am Ende überrennt es mich
    • Ist das so schlimm, sich Leidenschaftlich für ein neues Thema zu begeistern?
    • Was genau bleibt denn liegen oder wird vernachlässigt?
    • Gibt es eventuell einen anderen Weg, wie sich Arbeit gar nicht erst aufstaut, und so nicht liegen bleiben würde?
    • Sind es wirklich sooo viele Interessen oder kommt es mir nur so vor?
  • Ich stürze mich Hals über Kopf übereifrig ins lernen und sauge alles an Wissen auf > mein Kopf ist dabei teilweise selbst überfordert, ich vergesse andere wichtige Dinge, das kann auch negative Auswirkungen auf meine Beziehungen, Karriere und allgemeine Umwelt haben indem ich dadurch unzuverlässig bin, wenig Vertrauenserweckend
    • nwiefern hat es negative Auswirkungen auf mein Umfeld?
    • Sehe nur ich das so, meine Interpretation des Umfelds, oder wie denken die Betroffenen wirklich darüber?
    • Hab ich mit ihnen schon darüber gesprochen?
    • Wie fühlen sie sich dabei und wie kann ich das besser berücksichtigen?
    • Kann ich das negative vielleicht kompensieren und die Energie die ich habe mitnehmen und daraus positives entwickeln?
  • Ist erst einmal die große Neugierde verflogen, bleibt ein Haufen offener Projekte liegen, ich werde kein Experte in Themen und erlange immer nur Halbwissen, es bleibt ein Gefühl von Unvollständigkeit, ich würde gerne vieles Beenden kann aber aus den Punkten 1 und 2 nicht
    • Was ist denn daran so schlimm, kein Experte zu werden?
    • Woher kommt der innere Glaube, dass Generalismus etwas schlechtes ist?
    • Ist es nicht vielleicht sogar toll, einen groben Gesamtüberblick zu haben und von allem ein bisschen was zu verstehen?

 

Wer die richtigen Fragen stellt, wird Antworten finden

Ich habe nun natürlich sehr viele theoretische Fragen in den Raum geworfen. Sie sollen dich zum nachdenken anregen und dir helfen die richtigen Fragen zu stellen. 

Denn mit einem einfachen „Warum bin ich so?“ wirst du nicht weiter kommen.

Lösungen finden

Zu wissen, woran du wirklich arbeiten musst, willst und kannst, ist die Ausgangsbasis jeden Lernens. Verstehe die Ursachen. Damit kannst du nun erst wirklich anfangen den Umgang mit dir selbst zu lernen. Und das Beste: Du bleibst trotzdem einfach du selbst, deine Persönlichkeit, das was dich ausmacht bleibt am Leben und darf von ganzem Herzen heraus strahlen.

Ein paar Lösungsansätze für dich:

Sicherlich fragst du dich nun, ja und was genau soll mir denn nun helfen besser auf meine Multipassion klar zu kommen? Es besteht aus unzähligen Komponenten, doch ein paar Ansätze möchte ich dir hier mit auf den Weg geben:

  • Akzeptanz: der schwierigste Part. Akzeptier es, dass du eben nicht bist wie die Anderen
  • Liebe: Liebe es, sehe und verstehe dein potential. Du hebst dich ab von der Masse, du hast nicht nur eine Begabung sondern ganz viele. Hör auf dich deiner eigenen Möglichkeiten zu berauben.
  • Nutze dein Potential: wenn du erkannt hast, wie wertvoll du und deine unzähligen Interessen sind, kannst du anfangen es dir zu Nutzen zu machen.
  • Lass es zu, nimm die Energie mit und hör auf dich selbst zu zwingen: Wenn du anfängst den Flow passieren zu lassen, wirst du eine neue Art der Leichtigkeit feststellen. Vieles passiert nur in unserem Kopf. Hör auf dein Herz und lass es auch einfach passieren – genieße die Leidenschaft und mach sie dir zu nutzen, statt sie auszubrennen, nur weil es gerade unpassend erscheint.
  • Last but not least: Lerne Organisation. Selbstmanagement ist das A und O, um alles unter einen Hut zu bekommen. Uns allen stehen leider immer nur 24h pro Tag zur Verfügung. Mit vielen Interessen, und vorallem wenn man diese gleichzeitig verfolgen möchte, wird das echt knapp: Umso wichtiger eine optimierte Organisation. Denn je effizienter und selbstverständlicher du strukturiert bist, umso mehr Zeit wirst du für deine Passionen haben.

Optimierte Organisation

Es ist immer alles so schön leicht reden, doch die Umsetzung ist der wirkliche harte Tobak. 

Ich kenne das (leider) selbst nur viel zu gut. Schon seit Kind auf lebe ich mit ADHS, im Erwachsenenalter wurde dann auch noch Autismus festgestellt, mit der Scanner-Persönlichkeit kann ich mich sehr gut identifizieren usw. – alles in allem sind das alles aber nur Schubladen. Sie helfen zwar sich irgendwie dazugehörig zu fühlen, aber sie helfen nicht damit umzugehen.

Gerade für Neurodiverse Menschen ist Organisation und Struktur ein wichtiger Anker, ein mächtiges Werkzeug mit dem du viele Möglichkeiten hast.

Mit der optimierten Organisation habe ich einen Weg gefunden, alle Aspekte meiner Persönlichkeit unter einen Hut zu bekommen und die Kontrolle über mein Leben zu haben. Meine eigens entwickelten Methoden gebe ich daher weiter, und helfe dir auf deinem Weg zu deiner ganz eigenen individuellen optimierten Organisation. 

Auf meinem Blog und Podcast findest du spannendes Rund um das Thema optimierte Organisation. Doch allein musst du den Weg nicht gehen, ich begleite dich gerne dabei. Schreib mir eine E-Mail und wir sprechen unverbindlich und unkompliziert über eine mögliche Zusammenarbeit. 

Buchempfehlungen

Wenn du dich noch weiter mit dem Thema beschäftigen möchtest, lege ich dir diese Bücher ans Herz: (Selbstgekauft, gelesen und für gut befunden 🙂)

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Janine Bianca

Janine Bianca

Hi, ich bin Janine-Bianca, multipassionierte Fernstudentin, Gründerin und Bloggerin. Ich helfe Neurodiversen Menschen mit optimierter Organisation und effizienter Struktur (alle) Passionen leben und lieben zu können.

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